Montag, 06.07.2020 01:27 Uhr

Motorradfahren und Covid-19 – die zweite

Verantwortlicher Autor: Heinz-Willy Keusgen (hwk) Nidda, 15.04.2020, 18:18 Uhr
Presse-Ressort von: hwk Bericht 4503x gelesen
Moto Guzzi California 1100 ie mit Namen Thors Hammer
Moto Guzzi California 1100 ie mit Namen Thors Hammer  Bild: Heinz-Willy Keusgen (hwk)

Nidda [ENA] Die Natur erwacht an den Ostertagen. Strahlende Sonne und Temperaturen um die Zwanzig Grad. Ich befolge die angeordneten Kontaktsperren und besuche auch an den Feiertagen niemanden. Jetzt aber starte ich mein Motorrad und werde eine ausgedehnte Tour unter die Räder nehmen.

Der ADAC, nein, ich bin kein Mitglied, plädiert trotz Frühlingswetter und mancherorts noch erlaubten Fahrten dafür, die kommenden Tage und Wochen grundsätzlich zuhause zu bleiben. Nach diesen Zeilen muß ich mich spontan an den Kopf fassen, Tage und Wochen grundsätzlich zu Hause bleiben? Dem unbekannten Verfasser dieser Zeilen ist offensichtlich jeglichen Realitätssinn abhanden gekommen. Frauenhäuser und Polizei schlagen Alarm, Familienstreitigkeiten schießen nach gerade mal zweiwöchiger Quarantäne durch die Decke. Sollte nach den Osterfeiertagen keine deutliche Lockerung der Verbote erfolgen, werden Teile der Gesellschaft implodieren.

Wie realitätsfern der ADAC argumentiert, zeigen auch die nächsten Zeilen.“Beispielsweise könnten etwa Motorradfahrer den gebotenen Sicherheitsabstand nicht mehr einhalten, wenn sie bekannte Strecken fahren und an dortigen Treffpunkten rasten.“ In meinem ersten Bericht zu Motorradfahren und Covid-19 mußte ich bereits schildern, daß ALLE möglichen Anfahrpunkte sowie auch Gaststätten und Kioske in Taunus, Rhön und Spessart seit Wochen geschlossen sind. Mein Tip war, etwas zu Essen und Trinken in Tankrucksack oder Seitenkoffer einzupacken. Diesen Tip muß ich nun um eine eindringliche Wahrung erweitern. Fahrt nicht in Richtung bayerische Rhön und Spessart!

Die bayerische Landesregierung hat reine „Vergnügungstouren“ für Motorräder, Oldtimer und Cabrios untersagt und mit saftigen Strafen belegt. Noch einmal - auch für den ADAC - in aller Deutlichkeit: ich fahre grundsätzlich und das seit über 40 Jahren, allein auf meinem Motorrad. Ich rufe niemanden zum gemeinsamen biken an. Der Weg ist und war für mich immer das Ziel und nicht aktuell geschlossene Treffpunkte. Um nun auf die „Ratschläge“ des ADAC noch einen drauf zu setzen, behauptet diese allen ernstes als Alternative zu biken: „Spaziergänge und Sport mit den erlaubten Personen und mit Sicherheitsabstand in der näheren Umgebung.“

Spazieren oder Fahrradfahren zu zweit mit der Gefahr, auf andere Spaziergänger im Begegnungsverkehr auf schmalen Waldwegen ohne Ausweichmöglichkeit zu stoßen oder Duschen nach dem Sport in engen Duschräumen sei sicherer als solo Motorrad fahren geschützt mit Helm, Visier, Halstuch und Handschuhen? Da hat der ADAC wohl Theorie mit Realität und Wunsch mit Wirklichkeit verwechselt. Gut, das kann mal passieren, ist auch nicht schlimm. Jedenfalls so lange nicht, bis das ein oder andere Mitglied des Autoclubs nicht mehr stillhalten und seine Mitgliedsbeiträge bei vom Club empfohlener „wochenlanger zuhause bleiben“ stornieren wird.

Zum Schluß bleibt festzuhalten, das die momentane Situation mit Hamsterkäufen, leeren Regalen Kontaktverboten, Einschränkungen, Schließungen und Überwachungen stark an die Zustände eines Teils unserer Republik, die damals noch DDR hieß und eine kommunistische Diktatur war , erinnert. Dieser Unrechtsstaat wurde bekanntlich vor gut 30 Jahren vom eigenen Volk gestürzt.

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